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schlagfertigkeit im sport

Schlagfertigkeit im Sport – Tipps

 

Pressekonferenzen und Interviews können für Sportler nach Niederlagen sehr nervenaufreibend sein. Auf der einen Seite muss man mit der Niederlage professionell umgehen können. Auf der anderen Seite sollte man auch auf die Aufrechterhaltung des eigenen Images achten. An dieser Stelle kommen rhetorische Fertigkeiten und die Schlagfertigkeit ins Spiel. Diese sind nicht nur für Sportler geeignet. Sie lassen sich auch im Alltag anwenden.

Wenn wir auf das diesjährige Mercedes Cup Tennisturnier in Stuttgart blicken, liegen Sieg und Niederlage nah beieinander wie Freud’ und Leid. Anders als im Fußball, lässt sich ein Sieg in der Einzelsportart Tennis nicht über die Zeit bringen. Das Spiel muss bis zum letzten Punkt ausgespielt werden. Dabei kann man ein Match auch im entscheidenden Match-Tie-Break verlieren. Das ist für jeden Tennisspieler sehr bitter. In den anschließenden Pressekonferenzen müssen die Spieler den versammelten Journalisten im Pressezelt Rede und Antwort stehen. Bei einem Sieg dringen oft eine gewisse Euphorie und Zufriedenheit beim Befragten durch. Bei Niederlagen gestehen Sportler nicht immer ihre Schwächen ein, die ausschlaggebend waren für den negativen Spielverlauf.

 

Gekonnt gekontert!

 

Primär geht es um die Interpretation sportlicher Leistungen. Die Journalisten nehmen dabei die Rolle des Anklägers ein. Er klagt an, kritisiert und stellt gegebenenfalls unangenehme Fragen. Währenddessen verteidigt sich der Sportler oftmals. Dieser versucht seine Leistungen zu rechtfertigen und besser darzustellen. Doch was für Tipps und Tricks gibt es für eine schlagfertige Kommunikation?
Doch was für Tipps und Tricks gibt es für eine schlagfertige Kommunikation?

 

Das Positive hervorheben!

 

Wie beurteilen Sie Ihre heutige Leistung?” oder “Wie enttäuscht sind Sie nach der heutigen Niederlage?” lautet häufig die erste Frage nach einer Niederlage an einen Sportler. 

Der Schweizer Tennisspieler Stanislas Wawrinka zeigt sich nach seinem Achtelfinalspiel bei den Australian Open 2013 gegen Novak Djokovic enttäuscht. Nach fünf Stunden Spielzeit ist der Schweizer geschlagen. Nichtsdestotrotz gibt es seiner Meinung nach „mehr Positives als Negatives“. Des Weiteren findet er, dass er unabhängig vom Resultat „tolles Tennis” gezeigt hat. In einer tollen Ambiance hat er „jede Sekunde auf dem Platz ausgekostet”. Mit dieser Aussage versucht Wawrinka die positiven Aspekte der Fünf-Satz-Niederlage zu verdeutlichen. Er ist trotz der Niederlage mit seiner Leistung zufrieden. Außerdem lobt er mit der „tollen Ambiance“ die Atmosphäre inklusive der Stimmung in der „night session“ in der Rod Laver Arena in Melbourne. Er geht damit auf die Bedingungen ein. Durch die Erweckung von Emotionen wirkt Wawrinka glaubwürdig. Diese wird durch den knappen Spielverlauf und der damit verbundenen Enttäuschung auf Seiten des Schweizers deutlich. Die Aussage erscheint glaubwürdig, da Wawrinka gegen die damals amtierende Nummer eins der Weltrangliste knapp verloren hat und damit durchaus behaupten darf, gut gespielt zu haben.

 

Man ist NICHT immer selbst schuld!

 

Was sind die Gründe für Ihre heutige Niederlage?

Eine leicht provokante Frage nach einer oftmals bitteren oder unnötigen Niederlage. Gerne werden dabei die Platzbedingungen als Sündenbock dargestellt. So meinte Maria Sharapova nach ihrer Zweitrunden-Pleite gegen Larcher de Brito (Portugal) bei den Wimbledon Championships 2013: „Dieser Platz ist gefährlich, weil er rutschig ist. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich dreimal in einem Spiel ausgerutscht bin.“ Wird eine gewisse Glaubwürdigkeit deutlich? Ja und Nein. Zum einen sind bei diesem Turnier viele Favoriten bereits innerhalb der ersten Runden gescheitert. Der Platz kann also durchaus verantwortlich gemacht werden. Zum anderen haben beide Spielerinnen die gleichen Bedingungen gehabt. Alle zwei Games wird die Seite gewechselt. Deshalb sollte es wenig Möglichkeiten für Beschwerden über die vorhandenen Platzbedingungen geben.

Das aktuelle deutsche Tennis-Aushängeschild und Mercedes Cup 2019-Teilnehmer Alexander Zverev sagte nach seiner frühen Niederlage beim diesjährigen ATP-Turnier in Rom: „Ich bin auf den Platz gegangen und war komplett tot. Vor dem Match schon. Ich musste andere Dinge machen hier, mit Head [Sponsor, Anm. d. Verf.], musste persönliche Dinge machen. Und deswegen war ich vor dem Match schon müde.” Zverev macht Sponsorentermine und persönliche Angelegenheiten verantwortlich für seine Niederlage.

Es werden Gründe für die Niederlagen gesucht, die durch höhere Gewalt verantwortet werden. Der Sportler selbst kann oft keinen Einfluss auf sie nehmen. Jedoch sollte man genau auf seine Formulierung achten. Ansonsten wirkt die Antwort wie eine schlechte Ausrede.

Tipp: Realistische und glaubwürdige Gründe sind zu benutzen!

 

Die Kritiker haben NICHT immer Recht!

 

Laut einem Journalisten hat Roger Federer bei der Finalniederlage gegen Novak Djokovic bei den US Open 2015 in New York zu viele Fehler mit seiner Vorhand im Spiel begangen. Darauf entgegnet Federer:

Wer so denkt, hat keine Ahnung.” Zu dieser Aussage fügt er hinzu: “Djokovic muss man bedrängen, muss viel riskieren. Fehler sind da normal.

Federer widerspricht dem Journalisten mit dieser Aussage bezüglich der schlechten Leistung seiner Vorhand sehr deutlich. Er spricht ihm sogar Fachwissen ab. Des Weiteren stellt er die angesprochenen Fehler als etwas Normales dar. Hierbei wird Federers Glaubwürdigkeit deutlich. Seit 1998 ist er bereits Profispieler. Mit 310 Wochen verbrachte er bislang die meiste Zeit an der Spitze der Weltrangliste. Etliche Rekorde hat Federer in seiner Karriere bereits aufgestellt. Diese Aspekte bestärken seine Glaubwürdigkeit, da Federer alles andere als einen Amateur im Tennissport darstellt. Somit weiß er, wovon er spricht.

Tipp: Glaubwürdigkeit erhöht die Schlagfertigkeit in der Argumentation. 

Natürlich ist es einfach zu sagen, dass die Kritiker, in dem Fall die Journalisten, Unrecht haben. Doch manchmal gibt es dazu berechtigte Gründe. Wenn man eine Tätigkeit selber nur auf sehr niedrigem Niveau oder gar nicht ausgeübt hat, kann man das erforderte hohe Niveau im Leistungssport nicht komplett nachvollziehen geschweige es sich vorstellen. Als Sportler muss man sich nicht alles gefallen lassen. Vor allem dann, wenn man der Meinung ist, dass der Kritiker mit seiner Bemängelung falsch liegt. Man sollte sich dabei nicht provozieren lassen. Es gilt, die Gegenseite durch eine durchdachte Argumentation zu schwächen.

Tipp: mit standhaften Gegenargumenten die Aussagen widerlegen. 

 

Alles in allem können Sportler diese Tipps und Tricks für ihre Antworten anwenden. Das Gleiche gilt auch für Alltagssituationen. Das Wichtigste ist, sich nicht provozieren oder aus der Ruhe bringen zu lassen.

3 Comments

  • June 12, 2019
    reply

    GS

    coole tipps!

    • June 12, 2019
      reply

      zadig

      thx

  • June 17, 2019
    reply

    DE

    Nicht nur Tipps für Sportler, sondern auch im Alltag anwendbar!

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